Aufnahme
 

Zur Aufnahme in die Stiftung Maximilianeum ist ein mehrstufiges Verfahren zu durchlaufen.

Stufe 1: Vorschlag durch die Schule
Jedes Jahr haben die Leiterinnen und Leiter sämtlicher Gymnasien sowie der Fach- und Berufsoberschulen in Bayern und der linksrheinischen Pfalz (bei der Gründung 1852 zu Bayern gehörig) die Möglichkeit, hochbegabte Schülerinnen und Schüler der 12. bzw. 13. Jahrgangsstufe für die Aufnahme in die Stiftung Maximilianeum bzw. Wittelsbacher Jubiläumsstiftung vorzuschlagen. Um dafür in Betracht zu kommen, sind ausgezeichnete schulische Leistungen Voraussetzung. Außerdem muss man nach den Grundbestimmungen der Stiftung schon einige Zeit in Bayern bzw. der Pfalz gewohnt haben ("bayerisches Indigenat") sowie ein "christliches Glaubensbekenntnis und tadellose sittliche Führung" vorweisen können. Vermögensverhältnisse und Elternhaus spielen keine Rolle. Studierende der Theologie für ein Kirchenamt und der Medizin dürfen gemäß den Grundbestimmungen nicht aufgenommen werden. Eine Selbstbewerbung ist nicht möglich. Die Anmeldung für die Sonderprüfung zur Aufnahme in das Maximilianeum bzw. in die Zustiftung des Hauses Wittelsbach zur Stiftung Maximilianeum erfolgt terminlich parallel mit der Anmeldung der Kandidaten für die Prüfung bei den Ministerialbeauftragten gemäß BayEFG. Die Ministerialbeauftragten nehmen die Bewerbungsunterlagen entgegen und leiten diese an das Staatsministerium weiter.

Stufe 2: Abitur

a) Gymnasium in Bayern (ab Abiturjahrgang 2011)

1. Keine der 40 eingebrachten Halbjahresleistungen darf unter 13 Punkten liegen.
2. In mindestens zwei der fünf Abiturprüfungsfächer (darunter eines der Fächer Deutsch, Mathematik und fortgeführte Fremdsprache) müssen in allen Einzelleistungen mindestens 13 Punkte erbracht worden sein (große Leistungsnachweise sowie der Durchschnitt der kleinen Leistungsnachweise).
3. Im Rahmen der Abiturprüfung müssen die fünf erbrachten Einzelleistungen mindestens viermal 13 Punkte und höchstens einmal 12 Punkte betragen.
4. Keine der nicht eingebrachten Leistungen darf mit 0 Punkten bewertet worden sein.

b) Gymnasium in der Pfalz:
1. Die Bewerber müssen in die Gesamtqualifikation aus den Halbjahresleistungen in den Grundkursen eine Summe von mindestens 288 Punkten (Note 1,30), aus den Halbjahresleistungen in den Leistungskursen (einschließlich der Facharbeit) eine Summe von mindestens 183 Punkten (Note 1,30) und aus der Abiturprüfung eine Summe von mindestens 250 Punkten (Note 1,50) eingebracht haben.
2. Keine der Einzelleistungen aus dem Bereich der Leistungskurse (sowohl schriftlich als auch mündlich) und der 22 eingebrachten Gesamtleistungen aus dem Bereich der Grundkurse darf unter 13 Punkten liegen.
3. Keine Einzelleistung im Rahmen der Abiturprüfung (ggf. auch die „Besondere Lernleistung“) darf unter 13 Punkten liegen.
4. Unter den nicht eingebrachten Leistungen darf keine mit null Punkten bewertet worden sein.


c) Fach- oder Berufsoberschule
1. Keine der im Zwischenzeugnis und im Jahresfortgangsergebnis der 13. Jahrgangsstufe ausgewiesenen bzw. erreichten Leistungen darf unter 13 Punkten liegen.
2. Keine der Einzelleistungen (Schulaufgaben sowie der gerundete Durchschnitt der sonstigen Leistungsnachweise) in zwei der vier Abiturprüfungsfächer darf unter 13 Punkten liegen.
3. Im Rahmen der Abiturprüfung müssen die vier erbrachten Prüfungsergebnisse mindestens dreimal 13 Punkte und höchstens einmal 12 Punkte oder besser betragen.

Stufe 3: Hochbegabtenprüfung
Die Hochbegabtenprüfung beim Ministerialbeauftragten für die Gymnasien des jeweiligen Bezirks entscheidet nicht nur über das Anrecht zur Aufnahme in die Studienförderung des Max-Weber-Programms Bayern nach dem Bayerischen Eliteförderungsgesetz, sondern auch über die Zulassung zur abschließenden Maximsprüfung. Das Ergebnis sollte dabei in der Regel nicht weniger als 60 von maximal 75 Punkten betragen (bei Fach- und Berufsoberschulen: nicht weniger als 48 von maximal 60 Punkten).
In der Pfalz gibt es keine vergleichbare Prüfung; nach Stufe 2 folgt unmittelbar Stufe 4.

Stufe 4: Maximsprüfung
Die letzte Runde des Aufnahmeverfahrens für die Stiftung Maximilianeum findet im Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus statt. Der Prüfling findet sich einem Gremium von etwa einem Dutzend Lehrern gegenüber, die ihn zu unterschiedlichsten Themen befragen und sich dabei keinesfalls auf den Abiturstoff beschränken. Worum es da so im einzelnen gehen kann - muss leider ein Geheimnis bleiben. Besonderer Wert wird bei der Auswahl der Kandidaten auf die Breite ihrer Interessen, ihre Offenheit auch für neue und ungewohnte Fragestellungen und ihre soziale Kompetenz gelegt. Die endgültige Entscheidung über die Aufnahme obliegt dem Kuratorium der Stiftung. Ein Anspruch auf Aufnahme kann aus dem erfolgreichen Ablegen der Prüfung nicht hergeleitet werden.

In dem Gebiet, aus dem die Bewerber für die Stiftung Maximilianeum stammen, erreichen jährlich etwa 400 Abiturienten einen Notendurchschnitt von 1,0. Aufgenommen werden dann etwa sechs bis acht erfolgreiche Kandidaten.